Ein Bild, das nicht zum Plan passt, hat fast immer eine von sechs Ursachen. Fünf davon liegen in der Vorlage, nicht im Werkzeug.
Das ist die häufigste und die am meisten unterschätzte Ursache. Ein Modell kann nur abbilden, was in der Zeichnung tatsächlich steht. Fehlt das Dach, weil der Plan oben abgeschnitten wurde, dann wird das Dach erfunden — es gibt keine andere Möglichkeit. Und weil die Zeichnung oben abgeschnitten wurde, merkt man es dem Bild nicht an: Es sieht überzeugend aus und ist trotzdem falsch.
In einem Fall, den wir analysiert haben, begann die erste Linie der Fassadenansicht erst 62 Pixel unter dem Blattrand, und der obere Streifen zeigte nur die PV-Fläche. Das Dach war schlicht nicht im Bild. Das Ergebnis: Das Modell setzte ein steiles Satteldach, wo die Zeichnung keines belegte.
Gegenmittel: Prüfen Sie vor dem Hochladen, ob die Zeichnung das Gebäude vollständig zeigt — Traufe, First, Erdgeschoss. Wenn nicht, liefern Sie das Blatt nach, aus dem die fehlenden Angaben hervorgehen (Schnitt, Dachgrundriss).
Rote Flächen für «Neubau», gelbe für «Abbruch», grüne für «Bestand» — für Menschen eine klare Botschaft, für ein Bildmodell eine Materialangabe. Was rot markiert ist, wird rot. Wenn Sie mit farbigen Markierungen arbeiten, liefern Sie zusätzlich eine rein schwarz-weisse Fassung. Das ist in zwei Minuten gemacht und verhindert einen ganzen Fehlerbereich.
Die Axonometrie ist ein Massenmodell. Sie zeigt Volumen, aber keine Fassade: keine Fensteraufteilung, keine Dachneigung, keinen Dachüberstand. Für ein Aussenbild ist sie deshalb die falsche Grundlage — die Fassade muss erfunden werden. Die richtige Quelle für eine Aussenansicht ist die Fassadenansicht, ergänzt durch einen Schnitt für die Dachform. Mehr dazu im Beitrag Was eine Axonometrie kann — und was nicht.
Ohne Materialbriefing liefert jedes Modell das, was statistisch am häufigsten vorkommt: weisser Putz, dunkles Dach, grosse Glasflächen. Das sieht ordentlich aus und hat mit Ihrem Projekt nichts zu tun. Es genügt ein kurzer Auszug: Dach, Fassade, Fensterrahmen, Sockel, Geländer.
Wenn die Vorlage Text enthält, neigt das Modell dazu, Text zu erzeugen — und erfindet dabei Angaben. Wir haben ein Bild gesehen, das einen vollständigen Plankopf mit einem frei erfundenen Architekturbüro, Namen und Massstabsbalken enthielt. Für eine Abgabe oder eine Publikation ist das nicht nur unschön, sondern peinlich.
Gegenmittel: Das Bild muss vor der Verwendung auf sichtbaren Text geprüft werden. Bei uns ist das ein Ausschlusskriterium.
«Gleiche Dachform und gleiche Fensteraufteilung» im Prompt genügt nicht. Ohne Zahlen entscheidet das Modell. Verbindlich wird es erst, wenn Sie die Werte aus dem Plan auslesen und einzeln festschreiben: Anzahl Geschosse, Dachform mit Neigung in Grad, Anbau mit Geschossigkeit, Fenster pro Geschoss, Pergolen überdacht oder nicht, PV ja oder nein.
Diese Liste ist genau der Grund, warum wir bei Projektbild jedes Bild vor der Auslieferung automatisch gegen die festgehaltenen Plangeometrie prüfen. Nicht weil das Werkzeug schlecht wäre — sondern weil die Ursachen fünfmal von sechs in der Vorlage liegen. Mehr zu unserem Weg →
Warum ein Massenmodell keine Fassade belegt und wann es trotzdem die beste Vorlage ist.
Was eingereicht wird, was nicht — und wo Bilder den Unterschied machen.